Warum die Bodeninitiative eine bessere Alternative zu Chaos und Isolation ist

Anfang dieses Jahres lancierten SP, Grüne und GLP in Illnau-Effretikon gemeinsam die Bodeninitiative. Am kommenden 14. Juni wird schweizweit über die Chaos-Initiative abgestimmt, welche die SVP unter dem irreführenden Namen ‘Nachhaltigkeitsinitiative’ eingereicht hatte. Doch was haben die beiden Vorlagen miteinander zu tun und warum ist die Bodeninitiative die bessere Alternative?

Die Mieten steigen. Sie sind eine der Hauptbelastungen für die Bevölkerung, was auch eine Umfrage des Mieterinnen- und Mieterverbandes kürzlich zeigte.[1] Dies ist ein Problem, darüber sind sich alle Parteien weitestgehend einig. Doch welche Ursachen die Mietenkrise hat und welche Lösungsansätze wirkungsvoll wären, darüber wird seit längerem diskutiert. Zu den Hauptstreitpunkten gehört die Frage, ob die Mieten steigen, weil zu viele Menschen in der Schweiz leben und zu wenig Wohnraum zur Verfügung steht, oder ob eigentlich genug Wohnraum zur Verfügung steht und dieser nur in den falschen Händen konzentriert ist.

Jene, die an einen grundsätzlichen Mangel an Wohnraum glauben, fordern meist, dass mehr gebaut wird. Das ist eine Forderung, über welche durchaus gestritten werden kann – soll hier und heute aber nicht Thema sein. Vielmehr geht es um die Frage, ob die Mieten steigen, weil zu viele Menschen in der Schweiz leben, oder ob vielleicht der private, hyperkapitalistische Wohnungsmarkt mit seinen illegal hohen Renditen das Problem ist.

Denn wenn man glaubt, dass einfach nur zu viele Menschen in der Schweiz leben, könnte zum fatalen Trugschluss kommen, dass das eigene Leben bezahlbarer würde, wenn es nur weniger wären. Dass mehr bezahlbarer Wohnraum zur Verfügung stehen würde, wenn nur weniger Menschen danach suchen würden. Diese Vorstellung macht Menschen offen für rechte, isolationistische Politik, also eine ‘Switzerland First’-Politik, welche auf Ausgrenzung und Abschottung basiert. Teil dieser migrationsfeindlichen Politik ist auch die ‘Nachhaltigkeits’-Initiative der SVP, über welche im kommenden Juni abgestimmt wird. Sie fordert eine massive Einschränkung des Asylrechts und die Kündigung der Personenfreizügigkeit mit der EU, sollte die Schweizer Wohnbevölkerung bis 2050 mehr als 9.5 Millionen Menschen betragen.[2] Ganz abgesehen davon, dass eine Kündigung der Personenfreizügigkeit durch die Guillotineklausel auch zur Kündigung weiterer Verträge mit der EU führen würde, ist die Forderung einer Bevölkerungslimitierung auch schlicht menschenfeindlich und der humanitären Tradition der Schweiz unwürdig.

Eine tatsächliche Mitursache der steigenden Mietpreise sind indes nicht Migrant*innen, sondern die Privatisierung von Land. Wirtschaftlich ist es aus staatlicher Sicht wenig sinnvoll, Land an Private zu verkaufen, da es als nicht vermehrbares Gut, welches gleichzeitig immer von jeder Person konsumiert werden muss, stark wertsteigernd ist. Ausserdem kann die Nutzung von Land, solange es im Allgemeinbesitz ist, flexibel und im öffentlichen Interesse gestaltet werden. So ist der Bau gemeinnützigen und bezahlbaren Wohnraums auf öffentlichem Land deutlich realistischer als auf privatem. Aus diesem Grund hat die SP in Illnau-Effretikon gemeinsam mit den Grünen und der GLP eine Initiative lanciert, welche den Verkauf von städtischem Land grundsätzlich verbietet. Dabei sind natürlich einige Ausnahmen vorgesehen. So wären der Verkauf von Grundstücken unter 100m2, Verkauf an öffentliche Institutionen und Verkauf im Falle des Erhalts eines gleichwertigen Ersatzes weiterhin möglich.[3] Ziel der Initiative ist also ein Illnau-Effretikon für alle statt für wenige.

Wer nun also bezahlbaren Wohnraum will, muss sich für den Erhalt öffentlichen Landes und strengere Kontrolle des privaten Wohnungsmarktes einsetzen und nicht versuchen die Schweiz abzuschotten. Denn eines ist klar: Die Mieten werden nicht sinken, nur weil einen wichtigen Teil unserer Gesellschaft ausgrenzen!

NEIN zur Chaos-Initiative (‘Nachhaltigkeits-Initiative’) am 14. Juni!
Bodeninitiative unterschreiben!


[1] https://www.mieterverband.ch/news/mietbarometer-2026/ (09.04.2026).

[2] https://www.bk.admin.ch/ch/d/pore/vi/vis555t.html (09.04.2026).

[3] https://bodeninitiative-ilef.ch/ (09.04.2026).

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